In der GOST belegen die Schülerinnen und Schüler einen zweijährigen Seminarkurs, in dem überfachliche Kompetenzen gefördert und gefordert werden sollen. Exemplarisch wird an ausgewählten Fachinhalten wissenschaftspropädeutische Bildung vermittelt bzw. Berufswahl‐ und Berufsweltkompetenz entwickelt.

Der Link zur Publikation des LISUM "Handreichung „Hinweise zum Unterricht. Der Seminarkurs in der gymnasialen Oberstufe“ https://bildungsserver.berlin-brandenburg.de/fileadmin/bbb/themen/berufs-_und_studienorientierung/seminarkurs/Seminarkurs_ergaenzte_Fassung_Januar_2015.pdf

 

Seminarkurs 1: New Hollywood (Hr. Dr. Möllmann)

Es ist die Zeit eines Umbruchs in der US-amerikanischen Kultur und Gesellschaft: Die jüngere Generation distanziert sich von der Lebensweise der Eltern und entwickelt eigene Lebensentwürfe, Proteste gegen den Vietnam-Krieg sowie grundsätzliche Zweifel an der herrschenden Klasse kennzeichnen das politische Klima. Und es entsteht gegen Ende der 60er-Jahre in den USA eine neue Filmbewegung, die gerade diese Themen aufgreift und mit innovativen filmischen Mitteln umsetzt: New Hollywood.

Der Seminarkurs möchte diese besondere Ära in der amerikanischen Filmgeschichte (ca. 1967-1976) vor dem Hintergrund des oben skizzierten gesellschaftlichen Wandels näher beleuchten.

Ausgehend von dem Film Die Reifeprüfung ([The Graduate] USA 1967, Regie: Mike Nichols) soll der Kurs zugleich als eine Einführung in die systematische Filmanalyse dienen und damit den Schülerinnen und Schülern schließlich die Möglichkeit zur Untersuchung selbst ausgewählter Filme aus dieser Ära bieten, die heute vielfach als Klassiker gelten (z. B. Der Pate, Easy Rider, Taxi Driver, Apocalypse Now).

In wissenschaftspropädeutischer Hinsicht wird hierbei insbesondere die Recherche von und die Auseinandersetzung mit wissenschaftlicher (Sekundär-)Literatur zum Rahmenthema bzw. zu einzelnen Filmen im Zentrum stehen.

Seminarkurs 2:  Die Villen- und Landhauskolonie Neubabelsberg (Fr. Eisner)

Der Seminarkurs beschäftigt sich mit der Entstehung und Entwicklung der „Villen- und Landhauskolonie Neubabelsberg“, d.h. mit Inhalten, die in Bezug zu geografischen Themen der Stadtentwicklung und Raumplanung (Berlin – Potsdam - Babelsberg), Kunstgeschichte (insbesondere Gartenbau / Architektur), sowie Geschichte (insb. zwischen ca. 1870 und 1920) stehen. Im Zentrum steht die Untersuchung des kulturellen Erbes in unmittelbarer Umgebung unserer Schule, d.h. auch eine intensive Auseinandersetzung mit Fragen des Denkmalschutzes und dem Erhalt und der Pflege von Kulturerbestätten, die von berühmten Architekten der Kaiserzeit wie Mies van der Rohe, Emanuel Heimann, Alfred Grenander, Hermann Muthesius, Christian Gellinek oder Otto von Estorff und Gerhard Winkler entworfen wurden.
Der Seminarkurs wird gefördert durch das Programm "denkmal aktiv" der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

Seminarkurs 3: Musikprojekt 2019-2021 (Hr. Dr. Lünenbürger)

In dem Seminarkurs zur Studien- und Berufsorientierung wird ausgehend von der Orientierung an musikbezogenen Arbeitsfeldern ein eigenes „Musikprojekt“ entwickelt, das inhaltlich und formal nicht vorgegeben ist. Aufbauend auf die persönlichen Fähigkeiten und Vorlieben soll dabei die Sozial- und Selbstkompetenz der Teilnehmerinnen und Teilnehmern gestärkt werden. Ziel sind ein wissenschaftlich fundiertes Portfolio mit der Dokumentation von Arbeitsprozessen und der Bearbeitung damit zusammenhängender Themen sowie das eigenverantwortlich organisierte Proben für Aufführungen Anfang 2021.

Seminarkurs 4: Geosciences – Erd- und Umweltwissenschaften

Der Seminarkurs beschäftigt sich mit Inhalten, die in Bezug zu den Erd- und Umweltwissenschaften (wie z. B. Geomorphologie, Geologie, Klimatologie, Ozeanographie) stehen, um das Verständnis für natürliche Prozesse sowie für sozioökonomische Handlungsweisen des Menschen zu fördern. Themen wie Klimawandel, Umweltprobleme, Erdbeben oder Naturkatastrophen werden auf lokaler, regionaler und globaler Ebene untersucht.

Der „Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen“ (WBGU) hat mit dem „Syndromkonzept“ eine Methode für die Betrachtung von Problemen im Umwelt-, Wirtschafts-, Sozial- und Kulturbereich entwickelt. Beispiele für die hier genannten Syndrome, wie für das Sahel-, Aralsee- oder Katanga-Syndrom, die vor allem im ersten Semester erarbeitet werden, dienen als Grundlage für das inhaltliche und wissenschaftspropädeutische Arbeiten in den folgenden Semestern.  

 

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