Einen langen Schultag lang gingen die Schülerinnen und Schüler der 9.-11. Klassen der Frage nach, was Demokratie für sie ausmacht, wie sie sie erleben, was sie von ihren Grundlagen wissen, was Demokratie so anstrengend macht, aber warum sie letztlich das beste aller politischen Systeme ist. 
Unsere Schülerinnen und Schüler mussten sich insbesondere mit einigen Artikeln des Grundgesetzes auseinandersetzen, vor allem denen, die sich mit den Themen Freiheit (Artikel 2), Religionsfreiheit (Artikel 4) sowie mit dem so polarisierenden Thema Asyl (Artikel 16a). Deutlich wurde noch einmal, dass das Wesen der Demokratie  oftmals in der Uneindeutigkeit und in der Abwägung von Werten und Interessen besteht. Man muss aushalten, dass Demokratie und Meinungsfreiheit bedeuten, andere politische Meinungen zu Wort kommen zu lassen, gerade dann, wenn sie einem nicht passen. 
Deutlich wurde aber auch, dass Demokratie dann gut funktioniert, wenn man sie mitgestaltet, wenn man sich einmischt, wenn man nicht einfach denkt, jene da oben werden es schon richten. Dass man für sein Engagement und seine Haltung zuweilen einen Preis bezahlen muss, dafür stand ein Gast und Zeitzeuge, der von seinen Erfahrungen als politisch Verfolgter berichtet hat. 

Zum Abschluss gab es eine Podiumsdiskussion, die dem Auditorium die Gelegenheit bot, eigene Haltungen und gewonnene Einsichten abzugleichen mit den politischen Überzeugungen und Programmen von Politikern, von Vertretern der Exekutive wie solchen der Zivilgesellschaft:  
Auf dem Podium saßen mit Frau Baerbock (Grüne), Frau Dr. Ludwig (CDU) und Frau Dr. Schüle (SPD) Politikerinnen, die sich im Brandenburger Landtag wie im Bundestag besonders mit Fragen der Migration beschäftigen. Sie setzten sich durchaus kontrovers auseinander mit dem Vorsitzenden der Flüchtlingshilfe Babelsberg, Herrn Dr. Liebscher, mit Frau Grasnick (Stadt Potsdam) sowie mit Herrn Gehl von der Polizei in Potsdam. 

Am Ende der Veranstaltung blickte man in viele nachdenkliche Gesichter und fühlte sich erinnert an den berühmten Satz von Bertolt Brecht: "Wir stehen selbst enttäuscht und sehn betroffen / Den Vorhang zu und alle Fragen offen." 

Thomas Rathmann

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