Es ist Freitag vor Karfreitag. In Vorbereitung auf das Osterfest versammeln sich die Schüler zum Kreuzweg in der Turnhalle. Während die Schüler und Lehrer das schlichte Kreuz aus der Schulkapelle stets vor Augen haben, gedenken sie des Leidens und Sterbens von Jesus Christus. Untermalt werden die Stationen von schlichten Darstellungen, die jeweils einen besonderen Aspekt des Leidensweges Jesu darstellen. Ein einendes Motiv beinhalten sie jedoch alle: Die Darstellung von Zwei Balken aus Holz.
Nach der vierten Station ordnen sich die Schüler in Prozessionsordnung und verlassen die Turnhalle. Zwei Ministranten mit Weihrauch führen den stillen Zug an. Nach einer großen Weihrauchwolke folgt der Kreuzträger, der von zwei Leuchterministranten flankiert wird. Dem Kreuz folgen alle restlichen Schüler und Lehrer – ein andächtiges, würdiges Bild, das so manch vorbeilaufenden Babelsberger stutzig macht.
Nach der Zwischenstation auf dem Goethefriedhof (Veronika reicht das Schweißtuch) begibt sich der fromme Zug in die leere Antoniuskirche. Dort singen alle den Kanon  per crucem. In vier weiteren Stationen findet der Passionsweg sein Ende. Das Kreuz wird im Altarraum aufgestellt und findet seinen endgültigen Platz. Es herrscht Stille. Manch Schüler begibt sich nach vorne, macht eine Kniebeuge vor dem Kreuz und verlässt die Kirche. Ein denkwürdiger Ausgang dieser Schulveranstaltung, deren wahrer Sinn sich erst mit der Feier der Auferstehung in der heiligen Osternacht erschließt.

Jonas Bunzel

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