Am Montag, den 24.03.2014, haben wir eine Exkursion in das Jüdische Museum Berlin gemacht. Dort nahmen wir an zwei Führungen teil. In der ersten Führung ging es um die Juden und den Nationalsozialismus und in der zweiten Führung um die jüdische Kultur.
Wir standen im Untergeschoss an einer Abzweigung, der linke Gang war hell und am Ende des Ganges ging es raus ins Tageslicht. Draußen standen hohe, graue Pfeiler, auf denen Dornen gepflanzt waren. Der Boden ging schräg nach oben, das bedeutete, dass man den richtigen Weg gegangen ist, denn man ist frei und das gibt einem viel Hoffnung. Der andere Gang war dunkler, niedriger und am Ende war eine große schwarze, schwere Tür, die nichts Gutes verheißen ließ. Als die Tür dann aufging und wir hineingehen durften, lief einigen von uns ein Schauer über den Rücken, wir haben viel nachgedacht über die Juden und ihr schweres Leben früher, über ihre Strafen und Folterung. Es war dunkel im Innern. Der Raum war sehr hoch. Die beiden Gänge hatten bestimmte Namen: Der Gang mit dem Garten am Ende hieß Achse des Exils (lat.: Ausweg). Der andere hieß Achse des Holocausts, das war der Weg, den die meisten Juden gehen mussten.
Bei der zweiten Führung  wurden wir  zunächst zu einem Baum geführt. Es war kein gewöhnlicher Baum, sondern ein Granatapfelbaum. Ein solcher Granatapfel hat angeblich 613 Kerne, welche die jüdischen Gebote symbolisieren. Außerdem hat  uns die Museumsführerin die Feste und Bräuche näher gebracht. Dann haben wir über die Thora  geredet und was sie beinhaltet. Die Thora beinhaltet das Alte Testament im hebräischen. Heutzutage gibt es nur noch zwei Thoraschreiber, um eine Thora zu schreiben, braucht man ungefähr ein ganzes Jahr. Die Juden haben spezielle Essensvorschriften. Bei ihnen darf man z.B. nicht Fleisch- und Milchgerichte zusammen essen, was man „koscher“ nennt. Fleisch und Geflügel darf man nur bei einem koscheren Metzger kaufen. Schweinefleisch und Schalentiere sollte man vermeiden zu essen. Oft teilen die Juden ihre Küche in zwei Hälften auf, in der einen Hälfte werden Fleischgerichte und in der anderen Milchgerichte zubereitet. Es gibt aber auch Produkte, die die Juden problemlos essen können, wie z.B. alle frischen Obst- und Gemüsesorten. Danach haben wir uns noch mit der jüdischen Gebetskleidung beschäftigt. Der Tallit spielt im jüdischen Leben eine sehr wichtige Rolle, er wird auch als Gebetsmantel oder als Gebetsschal bezeichnet. Dieser ist mit Schaufäden versehen, wovon es vier Stück gibt, die nochmals die 613 Gebote symbolisieren, da sie insgesamt 613 Knoten haben. Außerdem trägt man eine Kippa dazu. Diese Gebetskleidung trägt man zu Morgenandachten, aber nicht zu Abendgottesdiensten. Die jüdische Gebetskleidung wird nur von Männern getragen.
Das alles wurde uns von zwei netten Museumsführern übermittelt. Dieser Ausflug hat unserer Klasse sehr gefallen, sie geprägt und berührt.

Felicitas, Ada und Felice, Klasse 8b

 

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