Zwei Schüler der Klasse 10a berichten:

Am 15.12.2015 wurden wir, die SchülerInnen der Klasse 10a, von zwei Wirtschaftsflüchtlingen aus Albanien besucht. Sie erzählten unter anderem von den schweren Lebensumständen, welche durch die sehr geringen Gehälter gegeben sind. Des Weiteren berichteten sie von der weit verbreiteten Korruption in ihrem Land. Auch ging es um die schwierige wirtschaftliche Lage und die damit verbundene Perspektivlosigkeit, was der Hauptgrund für die beiden war, ihr Land zu verlassen. Sie schilderten die Korruption sehr deutlich und sagten, sie sei überall vorhanden. Eine der Situationen, in denen man die starke Korruption zu spüren bekomme, sei z. B., dass man sich Schulnoten ,,erkaufen‘‘ könne, wodurch die Gleichberechtigung der verschiedenen Lernenden nicht gegeben sei. Für eine gute Ausbildung brauche man nur Geld und kein Wissen, sagten sie.

Insgesamt sei die Arbeitslosigkeit in Albanien weit verbreitet und auch Hochschulabsolventen seien davon betroffen. Ebenso sei die Flucht für die gesamte Familie eine kostspielige Sache gewesen und betrug umgerechnet ungefähr 1000 Euro.

Ich fand den Besuch der Flüchtlinge sehr informativ, da mir die starke Korruption, die sich auch auf Schule und Universität erstreckt, nicht so bewusst war. Des Weiteren fand ich es interessant, allgemein etwas über die Lebensumstände in Albanien zu erfahren.

Rebecca, Klasse 10a

 

Am 15.12.2015 kamen zwei Flüchtlinge in den Religionsunterricht der Klassen 10a und 10b. Die beiden Geschwister Nelson und Drilona Cerpia -beide Anfang 20- aus Albanien sind sogenannte "Wirtschaftsflüchtlinge", das heißt, dass die beiden nicht vor Krieg und Verfolgung, sondern vor Hunger, Armut und Korruption geflohen sind. Mit ihren Eltern lebten sie bis vor kurzem im Wohnprojekt Staudenhof mit weiteren Asylsuchenden aus den verschiedensten Ländern zusammen. Die Begegnung mit ihnen war sehr interessant, da der "Wirtschaftsflüchtling" an sich meist als Schmarotzer aufgefasst wird, aber hinter diesem Klischee echte Schicksale verborgen sind. So haben sie uns die eher unbekannteren Fluchtgründe solcher Geflüchteten aufgezeigt. 

Zuerst erzählten uns die beiden von ihrem Weg über die Balkanroute nach Deutschland und ihren Beweggründen ihre Heimat zurückzulassen. Im Anschluss daran durften wir ihnen Fragen stellen, die sie versuchten nach Möglichkeit zu beantworten. Da sie noch nicht so flüssiges Deutsch konnten, sprachen wir Englisch mit ihnen, was ab und zu ein paar Verständigungsprobleme aufwarf.  

Seit Mai 2016 sind die Cerpias wieder in Albanien und Nelson will versuchen nächstes Jahr zu Ausbildungszwecken legal nach Deutschland einzureisen. In der Zwischenzeit haben die beiden mehrere selbstfinanzierte Deutschkurse besucht und sprechen nun solides Deutsch.

Wir als Klasse 10a bedanken uns für diese tolle Erfahrung und wünschen der Familie Cerpia noch viel Glück.

Jakob, Klasse 10a 

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